Färben


Auf der Seite von Hinterlandmama hab ich neulich einen total herzigen waldorf-inspirierten Wochenkalender gesehen.

Demnach wird jedem Wochentag eine Farbe des Regenbogens zugeordnet (und auch eine Getreidesorte, um auch in Sachen Ernährung für die ausreichende Abwechslung zu sorgen) – Mittwoch ist zB GELB.
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Also haben wir heute selbst Plastilin/Knete (oder neudeutsch: Play dough) gemacht und gleich auch ein bisschen mit Ringelblumenblüten, die wir im Sommer getrocknet haben, verfeinert. Das „Rezept“ dazu hab ich dem Kamillen-Playdough von ImaginationTree entnommen.

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Die Sonne hält sich heute auch brav an die Themenvorgabe und strahlt sonnig gelb vom Himmel.

In diesem Sinne: Unser Mittwoch ist GELB

In der neuesten Ausgabe der LandLust wird eine Möglichkeit des Stoff „bedrucken“ gezeigt, dass mich zum sofortigen Nachmachen animiert hat.
Hierzu werden getrocknete Blätter als Schablone benutzt, um auf Stoff durch die Sonneneinstrahlung Negativdrucke zu erzeugen.

Also nix wie raus und Blätter mit tollen Formen eingesammelt…

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Nachdem wir die Blätter zwischen Buchseiten getrocknet hatten, haben wir also Tshirts und Stoffe mit (Seiden)Farben bemalt und auf die feuchte Farbe dann die Blätter gedrückt.

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Durch die direkte Sonneneinstrahlung trocknet die Farbe und zieht die noch feuchte Farbe unter den Blättern heraus.

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Weils so toll funktioniert hat, hab ich in den folgenden Tagen (sobald eben die Sonne schien) gleich noch weitere Tshirts und Halstücher „bedruckt“.

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Färben mit Pflanzen (Melde) _ Dyeing with Plants (Orach).

Beim Unkraut-jäten im Garten habe ich die Gartenmelde (Atriplex hortensis) zwar auch ausgejätet, aber dann aufgehoben – habe ich doch gerade erst gelesen, dass die Melde eine der wenigen Pflanzen ist, die auch blau färbt.

Also habe ich die Blätter fleissig kleingehackt, über Nacht in Wasser angesetzt und dann ca 1 Stunde lang ausgekocht.

(Herausgekommen ist dabei eine Art grüne „Ursuppe“…)

Da Pflanzenfarben ja auf Pflanzenfasern (wie Baumwolle oder Leinen) nicht besonders gut halten bzw. wirklich nur sehr schwache Farben ergeben, habe ich zwei 30g – Knäuel meiner selbstgesponnenen Wolle hergenommen und diese mit einem Teelöffel Pottasche auch eine Stunde lang geköchelt.

Danach kam die Wolle ins Färbebad und wurde wieder eine Stunde lang geköchelt.

Aber ein blauer Farbton wollte sich nicht und nicht einstellen.

Auch nach der Zugabe von einigen Krümeln Eisensulfat wurde die Farbe zwar nicht blau, aber immerhin wesentlich dunkler – herausgekommen ist dann ein schöner, satter Grün-/Schlammton.


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Since Orach grows wildly in our garden and I´ve recently read that this is one of very few plants to dye blue with, I gave it a try:

After chopping the orach and leaving it in water overight, I cooked it for 1 hour, meanwhile also cooking my handspun yarn in potash (also for 1 hour).

After simmering the wool in the color for almost another hour there was still no blue to be seen anywhere, so I added a pinch of iron sulfate – and it turned into – well some great rich shade of green/mudcolor.